Diese Information ist Teil der Salomon Mountain Academy. Der Ausgangspunkt für jeden, der abseits der Piste Skifahren oder Snowboarden will. Das gesamte Wissen als Fundament, zur Auffrischung oder als Nachschlagewerk.

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Risiken und Gefahren

Missverständnisse über Lawinen

Wenn du abseits der Piste unterwegs bist, bekommst du es mit alpinen Gefahren zu tun. Du musst lernen, diese Gefahren zu erkennen und zu beurteilen, damit du das Risiko einer Katastrophe minimieren kannst. Die gute Nachricht? Im Prinzip kann man nahezu alle Gefahren verhindern und das Risiko stark reduzieren. Wie? Das ist einfach. Du kannst zum Beispiel zu Hause bleiben oder nur auf der Piste fahren. Das ist vielleicht ein bisschen langweilig aber sicher. Wenn du dich entscheidest, abseits der Piste zu fahren, dann nimmst du immer ein Risiko auf dich und musst mit alpinen Gefahren rechnen. Der Berg wird gefährlicher, wenn du dich ins Gelände begibst.

Objektive Gefahren

​Objektive Gefahren sind Gefahren, die du nicht einschätzen kannst. Zum Beispiel Lawinen, das umschlagende Wetter, fallende Steine usw... Du kannst eine objektive Gefahr zwar nicht abwehren, aber du kannst dich sehr wohl darauf vorbereiten. So weißt du zum Beispiel bereits nach dem Lesen des Lawinenlageberichtes, welche Hänge du heute besser meiden solltest. Oder du weißt, nachdem du den Wetterbericht gelesen hast, dass es keine gute Idee ist, auf den höchsten Punkt zu steigen, da die Chance sehr groß ist, dass das Wetter bald umschlägt.

 Alpine Gefahren sind objektive Gefahren.

Alpine Gefahren sind objektive Gefahren.

Du kannst dich natürlich fragen, wie objektiv diese Gefahren noch sind, jetzt wo du alles darüber weißt. Die meisten Lawinen, in denen Skifahrer und Snowboarder verunglücken, werden durch sie selbst ausgelöst. Unfälle sind also nicht nur auf objektive Gefahren zurückzuführen. Die objektiven Gefahren werden in weiteren Kapiteln wie "Wetter und Schnee" und "Das Gelände" noch ausführlicher beschrieben.

Subjektive Gefahren

​Das sind Gefahren, die du selbst kontrollieren kannst. Es sind Gefahren, in deren problematische Lage wir uns selbst bringen, wie etwa das Niveau der Gruppe, die physische Kondition oder Gruppenzwang. Subjektive Gefahren sind also sehr wohl kontrollierbar. Wenn es auch den Anschein hat, dass bestimmte Lawinenunfälle, selbst für erfahrene Freerider, völlig aus dem Nichts passieren, gab es dennoch oft Alarmzeichen, die auf eine drohende Gefahr hingedeutet haben. Schlussendlich ist es die Verantwortung des Geländefahrers, die Alarmzeichen richtig zu interpretieren.

Wissen und Erfahrung

Das Überwinden von subjektiven Gefahren lässt sich zusammenfassen in “Wissen und Erfahrung". Viele Unfälle hätten durch mehr Wissen über die Gefahren außerhalb der Piste verhindert werden können. Wie oft hast du nicht selbst schon einen Skifahrer oder Snowboarder außerhalb der Piste gesehen ohne LVS (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät)? Weißt du, wann laut Lawinenlagebericht abgeraten wird bestimmte Hänge zu befahren? Wenn du nichts über Lawinen weißt und du außerhalb der Piste fährst, dann bist du in diesem Moment die größte alpine Gefahr. Mit dem richtigen Wissen über Schnee, das Wetter, die Orientierung und die erste Hilfe bist du ein Stück sicherer unterwegs. Das sind alles Punkte, die in diesem Kurs besprochen werden.

Das Gefühl für den Berg ("Mountain Sense") ist eine Art sechster Sinn, der als Radar arbeitet um alpine Gefahren zu erkennen. Du entwickelst dieses Gefühl durch viel Erfahrung und die Art und Weise wie du deine Erfahrungen reflektierst.

Erfahrung ist ein eigenes Kapitel. Bergführer sprechen oft vom Gefühl für den Berg ("Mountain Sense"). Je mehr Erfahrung man im Gelände hat, umso schneller kann man Gefahren einschätzen. Sicherheit abseits der Piste lernt man nicht alleine von der Theorie. Deshalb raten wir dir, nach Abschluss dieses Kurses, gemeinsam mit einem Ski-, Snowboard- oder Bergführer wichtige Erfahrungen zu sammeln.

 Weißt du immer wo du bist?

Weißt du immer wo du bist?

Technik und Niveau

​Diese subjektive Gefahr schließt nahtlos an den Mangel von Wissen und Erfahrung an. Wie gut ist deine Technik eigentlich? Vielleicht fühlst du dich sicher auf einem Hang, wenn der Schnee optimal ist. Aber wie rettest du dich, wenn das Wetter plötzlich umschlägt (das du nicht mitbekommen hast, weil du den Wetterbericht nicht gelesen hast) und du ohne Sicht einen steilen Hang hinunter musst? Was, wenn du bei deiner Abfahrt an ein unerwartetes steiles Stück kommst (das du vielleicht ganz einfach vermeiden hättest können, wenn du die Karte genauer gelesen hättest) und du dich in dieser Situation gar nicht gut fühlst? Sei also vorsichtig mit Selbstüberschätzung und sei ehrlich zu dir selbst und zur Gruppe, denn du bringst nicht nur dich selbst in Gefahr, sondern auch die anderen.

Der Berg selbst ist keine Gefahr. Aber wenn du dich ins Gelände begibst, kann es gefährlich werden.

Kondition

​Die meisten Urlauber im deutschsprachigen Raum fahren nur eine Woche Ski oder Snowboard pro Jahr. Das ist der Grund, warum viele Wintersportler ohne "Schnee-Kondition" in die Berge fahren. Wenn sie überhaupt irgendeine Form von Kondition haben. Viele Wintersportler bringen sich selbst in Gefahr, weil sie am Ende des Tages doch noch eine Abfahrt machen wollen, obwohl die Beine eigentlich schon zu müde sind.

Gruppendynamik

​Viele psychologische Prozesse spielen eine Rolle, wenn du mit einer Gruppe unterwegs bist. Das kann verschiedene Gründe haben. Es gibt vielleicht keinen eindeutigen Gruppenführer und die Entscheidungen sind daher auch nicht immer eindeutig. Oder es gibt einen echten Gruppenführer, der aber nicht das nötige Wissen hat. Oder der Gruppenführer ist so dominant, dass niemand in der Gruppe sich noch traut etwas zu sagen, obwohl genau diese Meinung sehr nützlich sein könnte. Auch will man natürlich nicht der Erste sein, der nicht mehr mithalten kann, darum fahren sehr viele über ihrem Niveau.

 Losfahren oder lieber doch nicht?

Losfahren oder lieber doch nicht?

Eile

​Zeit ist beim Ski- und Snowboardfahren ein wichtiger Faktor. Man will bestimmte Abfahrten schließlich gemacht haben, bevor die Sonneneinstrahlung zu stark ist. Das Risiko auf Unfälle verkleinert sich auch drastisch wenn man nur kurze Zeit im Gelände unterwegs ist. Ist man in Eile, ist es eine andere Geschichte. Durch Eile ist man weniger konzentriert, man trifft unüberlegte Entscheidungen. Dadurch erhöht sich das Unfall-Risiko. Diese Eile sieht man oft in der Früh beim berühmten “Tiefschnee-Stress”.

Schlechte Ausrüstung

Wenn du nicht mit der geeigneten Ausrüstung unterwegs bist, bist du selbst die größte Gefahr. Hast du die richtigen Skischuhe, die dir genug Halt geben? Wann hast du das letzte mal deine Ski oder dein Snowboard präpariert und gepflegt? Ist der Ski, ausgestattet mit Rocker und negativer Vorspannung, eigentlich das Richtige um diese steile Rinne zu fahren, in der der Schnee auch noch hart ist? Wie lange wird dein LVS unter dem Schnee funktionieren, wenn die Batterien nur noch 10 % anzeigen? Nein, bitte nicht. Wenn dein LVS weniger als 40 % anzeigt, solltest du unbedingt die Batterien wechseln!

Zusammenfassung
Wenn du ins Gelände fährst bekommst du es mit objektiven und subjektiven Gefahren zu tun. Objektive Gefahren wie Lawinen, das Wetter und fallende Steine kann man nicht verhindern, aber man kann ihnen zuvorkommen. Dann gibt es noch die subjektiven Gefahren, die man kontrollieren kann, denn sie gehen von dir selbst oder von der Gruppe aus. Denke dabei an Wissen und Erfahrung, Technik und Niveau, deine physische Kondition, den Gruppenzwang, Eile oder schlechtes Material. Da du diese beiden Gefahren-Typen jetzt kennst, ist es auch wichtig zu wissen wie du diese Gefahren minimalisieren kannst. Das erklären wir dir in diesem Modul.

Videos, Grafiken, Orientierung, andere Informationen oder Content (die "Inhalte") auf dieser Website sind nur für den allgemeinen Bildungs- und Informationszwecke geeignet. Dieses mit dem Grund um das gesamte Sicherheitsbewusstsein im Gelände zu erhöhen. Der Inhalt ist weder beabsichtigt, fachlichen Rat einzuholen oder einen Ersatz für fachliche Beratung. Der Inhalt ist keineswegs einen Ersatz für einen Grundkurs Lawinenkunde. Der Benutzer dieser Website sollten wissen dass Freeriden im Gelände inhärent ist an Risiken sowie schweren Verletzungen oder der Tod. Der Nutzer dieser Website sollte einen qualifizierten Alpinkurs in einem Lawinenzentrums machen.

Diese Information ist Teil der Salomon Mountain Academy. Der Ausgangspunkt für jeden, der abseits der Piste Skifahren oder Snowboarden will. Das gesamte Wissen als Fundament, zur Auffrischung oder als Nachschlagewerk.

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