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Immer wieder der Wind

Schnee und Wetter

Der Wind ist ein großes Problem und daher hast du im ersten Kurs schon einiges über den Wind gelernt. So weißt du, dass der Wind der Verursacher von Triebschnee ist, dass es dafür keinen Neuschnee braucht, dass der Wind viel Triebschnee in der Nähe von Gipfeln und Graten sowie in Mulden und Rinnen ablagert, dass kleine Ansammlungen von Triebschnee schon bei mäßigem Wind (Windstärke 4) stattfinden können und dass Triebschnee ab einer Windstärke von 6 bft (> 40 km/h) zu einem akuten Problem wird.

In den vorigen Absätzen über Fronten hast du das eine oder andere über Niederschlag gelernt. Es wurde deutlich, dass Frontpassagen viel Wind verursachen können. Ein besonderes Phänomen dabei ist der sogenannte Föhn. Die Ankunft von Fronten sorgen auf der einen Seite der höchsten Berge für viel Wind und Schnee, während es auf der anderen Seite der höchsten Berge stark wehen kann, aber dann bei blauem Himmel.

Neben den großen Fronten kann es auch sehr lokale Unterschiede geben. Grund sind Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, zwischen Berg und Tal und zwischen Schattenseite und Sonnenseite. Der Wind ist somit eine schwierige Angelegenheit. Gut zu wissen ist, dass die Windrichtung immer den Startpunkt des Windes angibt. So weht ein Westwind von Westen nach Osten und ein Bergwind vom Berg ins Tal. Bläst der Wind gegen ein Hindernis, dann unterscheiden wir die Windseite (Luv) und die Windschattenseite (Lee). Dabei kann die Windströmung laminar (parallel) oder turbulent sein.

Merke dir gut, dass in den Bergen überwiegend turbulente Windströme vorkommen. Das hat mit dem Bergrelief und den Konsequenzen daraus für Höhenwind und Bodenwind zu tun. Die Höhenwinde erkennst du an der Richtung in die die Wolken ziehen. Die Bodenwinde hingegen werden durch das Relief gehindert oder zumindest abgebremst. Die Folge ist, dass der Wind auf der Suche nach Ausgängen ist. Dadurch wird der Wind dazu gezwungen in Seitentäler abzubiegen – es kann daher vorkommen, dass der Bodenwind rechtwinklig zum Hauptwind steht. Das solltest du auf alle Fälle im Hinterkopf bei der Beurteilung der Windrichtung und deiner Analyse von Triebschnee behalten. Denn wenn der Wetterbericht von einem Sturm aus Süden berichtet und du deshalb mit Triebschnee in Nordhängen rechnest, kann es sein, dass der Wind lokal nach Westen dreht und du somit auch Triebschnee in Osthängen erwarten kannst. Diese Änderung der Windrichtung kann selbst zwischen Berg und Tal vorkommen. Halte deine Augen und Ohren auf der Suche nach Windzeichen im Gelände immer offen. Ein weiterer guter Grund nur bei guter Sicht ins Gelände zu fahren – denn wie willst du sonst die Windzeichen erkennen?

 Schneetransport durch den Wind.

Schneetransport durch den Wind.

Ein gutes Auge für Windzeichen ist wichtig, wenn man im Gelände unterwegs ist um im Notfall die gefährlichen Teile eines Berges umfahren zu können. Der Wind ist nämlich sehr variabel und sein Einfluss kann in manchen Hängen punktuell unterschiedlich sein.

Windzeichen und Hinweise im Gelände.

Luv-Seite und Lee-Seite
Wichtig ist, dass du den Unterschied zwischen Luv und Lee kennst. Die Luv-Seite ist der Teil des Berges, der dem Wind zugekehrt ist und somit vom Wind direkt getroffen wird. Die Lee-Seite ist die vom Wind abgewandte Seite und wird somit vom Wind nicht direkt getroffen. Mit anderen Worten: Der Wind weht von der Luv-Seite des Berges zur Lee-Seite des Berges.

 Links ist die Seite im Wind, die Luv-Seite. Rechts ist die Seite aus dem Wind, die Lee-Seite.

Links ist die Seite im Wind, die Luv-Seite. Rechts ist die Seite aus dem Wind, die Lee-Seite.

Sastrugi
Sastrugi sehen wie weiße Wellen auf der Schneedecke aus. Die langen, schmalen, steinharten Schneerücken sind die Folge des Windeinflusses, der den lockeren Schnee dazwischen heraus geblasen hat. Die "Lippe" dieser weißen Wellen steht in Windrichtung. Sastrugi darfst du nicht mit Schneedünen verwechseln.

 Sastrugi: Der Wind kam hier von rechts nach links.

Sastrugi: Der Wind kam hier von rechts nach links.

 Sastrugi und Schneedünen.

Sastrugi und Schneedünen.

Schneedünen
Diese kleinen, vom Wind geformten Dünen stehen rechtwinklig zur Windrichtung, wobei der steilste Teil vom Wind abgewendet liegt. Frische Schneedünen gelten als Alarmzeichen und weisen auf frisch eingewehten Schnee hin.

 Hier erkennst du deutlich die kleinen und großen Schneedünen. Auf diesem Bild hat es von rechts nach links geweht.

Hier erkennst du deutlich die kleinen und großen Schneedünen. Auf diesem Bild hat es von rechts nach links geweht.

Große Schneedünenkämme
Ab und zu siehst du in Mulden und Furchen ganz deutlich den Übergang von wenig auf viel Schnee. Diese Schneedünenkämme lassen gut erkennen, wo der Schnee eingeweht ist. Der Teil mit wenig Schnee ist die Luv-Seite, der Teil mit viel Schnee ist die Lee-Seite.

 Luv und Lee. Das braucht viel Übung!

Luv und Lee. Das braucht viel Übung!

Corniches (Schneewechten)
Größe überhängende Schneewechten: Wo bei einem Sastrugi die Lippe in Windrichtung steht, steht diese bei einer Wechte gegen die Windrichtung.

 Der Wind kam bei dieser Wechte von rechts nach links. Wenn du genau schaust, siehst du auch die Windzeichen gerade hinter den Bäumen und Pfählen (die sogenannten

Der Wind kam bei dieser Wechte von rechts nach links. Wenn du genau schaust, siehst du auch die Windzeichen gerade hinter den Bäumen und Pfählen (die sogenannten "Kometstreifen"). In der Lee-Seite konnte sich der Schnee einlagern.

 Die Entstehung einer Wechte.

Die Entstehung einer Wechte.

Noch mehr Windzeichen

Wenn du einmal das Prinzip von Luv- und Lee-Seite begriffen hast, öffnet sich eine neue Welt für dich. Dann siehst du auf einmal Dinge, wie diese hier unten.

 Schneedünen: Auf diesem Bild kam der Wind von oben nach unten.

Schneedünen: Auf diesem Bild kam der Wind von oben nach unten.

 Kometstreifen (der Schnee sammelt sich im Windschatten): Der Wind kam von rechts nach links.

Kometstreifen (der Schnee sammelt sich im Windschatten): Der Wind kam von rechts nach links.

Zusammenfassung
Überall wo sich eine Lee-Seite befindet (wie klein diese auch sein mag), kann sich eingewehter Schnee sammeln. Es ist daher wichtig die Windzeichen zu kennen und zu erkennen, um die Lee-Seite im Gelände ausfindig zu machen.
 

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